09.08. Señior de Sipán und Túcume
Heute bekomme ich Frühstück aufs Zimmer. Sehr fein!
Und los geht’s nach Lambayeque, nördlich von Chiclayo. Die Hauptattraktion dort ist das Museum des Grabes des Señior de Sipán. Nach Tutanchamun angeblich der bedeutendste Grabfund in der archäologischen Geschichte. Eigentlich sind es zwei Gräber: der Alte Señior de Sipán, ein direkter Vorfahre, war ein paar Ebenen tiefer in der selben Pyramide verbuddelt und sogar noch besser erhalten als ein Nachkomme. Es ist gestopft voll mit Schulklassen. Heute ist wohl Schulausflug. Es ist keine gut gemachte Ausstellung, obwohl das Gebäude wahnsinnige fünf Millionen Dollar gekostet haben soll. Die Grabbeigaben sind im ganzen Haus verstreut und das echte Gerippe liegt etwas bedeutungslos an der Seite, wohingegen eine mäßige Replik des Grabes groß zentral zur Schau gestellt wird.
Ansonsten hat das Örtchen noch das sehr interessante, von Deutschland bezahlte Museum Brüning, die schöne Kirche San Pedro, den längsten Holzbalkon Perus (67m), und einen spannenden Markt. Die Spezialität des Ortes ist „King Kong San Roque“, eine süße Schweinerei, wie ein gigantischer vielschichtiger Alfajor, mit Dulce de Leche in verschiedensten Geschmacksrichtungen.
Weiter geht’s nach Túcume, noch weiter nördlich. Túcume ist das Highlight hier in der Region. Eine gigantische Pyramidenstadt um einen heiligen Berg herum erbaut. Dumm nur, dass die Jungs das damals – wie alles in der Gegend – aus Adobe-Lehmziegeln gebaut haben. Deshalb ist alles bis zur Unkenntlichkeit erodiert. Man glaubt vor einem Berg zu stehen, aber wenn man genauer hinschaut, ist der rechteckig, hat Rampen, und vereinzelt kann man Ziegelstrukturen und Holzbalken erkennen.
Ich erklimme den heiligen Berg und habe einen fantastischen Ausblick über das riesige Gelände und die gigantische Pyramide Huaca Grande.
Zurück nach Chiclayo und gleich noch auf den Mercado Modelo, der trotz später Stunde noch voll von Leuten ist.
Das beste urbane Transportmittel in Peru sind Collectivos, oder „Combis“, wie sie hier genannt werden. Es gibt einen Fahrer und einen Kassierer/Schreier. In Endlosschleife wird lauthals der Endpunkt der Fahrt rausgeschrien. Es wird um jeden einzelnen Fahrgast gekämpft, obwohl ein Fahrgast selten mehr als 1,50 Soles bringt.
Es wird an jedem Passanten angehalten und er wird dutzend mal mit dem Zielort angeschrien, um ihn von einer Mitfahrt zu überzeugen.
Ich habe noch nicht herausfinden können, was das subtile Signal für „ich will mitfahren“ ist. Willige Mitfahrer schauen völlig desinteressiert vorbei und geben keinerlei sichtbares Zeichen. Trotzdem weiß die Combi Besatzung immer genau, wer mitfahren möchte.
Die Gäste steigen immer ganz gemächlich ein, als hätten sie alle Zeit der Welt. Der Kassierer schreit dabei laut, mindestens drei Mal, „Zusteigen!!“.
Combis sind großartig, denn jeder weiß wo das nächste Combi fährt, und irgendwie fährt das nächste Combi zum gewünschten Ziel immer an der nächsten Ecke. Wenn man mal weiter aus der Stadt raus möchte, schaut man sich nur die großen Ausfallstraßen an und deren Verlängerungen, denn dort fahren sie garantiert vorbei. Alle paar Sekunden kommt eines.